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Report, Menschen
Die vergessliche Wohngmeinschaft
HR
18.02.,
05:55 - 06:25
"Wir sind alles freie Leute", betont Marianne und blickt selbstbewusst auf ihre Mitbewohnerinnen am großen Esstisch, sechs Frauen - die älteste ist zweiundneunzig - und ein Mann, einundsechzig Jahre alt. Allein war die Witwe nicht mehr klar gekommen, geisterte nachts durch die Stadt und über den Friedhof, wurde von der Polizei aufgegriffen. Schnell war klar: Diagnose Demenz. So ging es nicht weiter, fand auch ihr Sohn. Zufällig hatte der von dem neuen Projekt gelesen: Wohngemeinschaft im Statthaus Offenbach. Seit zwei Jahren wohnt sie nun in der herrschaftlichen Gründerzeitvilla, trifft sich mit den anderen im lichtdurchfluteten Wohnraum, kocht gemeinsam mit ihnen und kümmert sich um eine Mitbewohnerin, die das nicht mehr kann. Im Stockwerk darüber hat sie ihr Zimmer. Alle haben einen regulären Mietvertrag, den ihre Angehörigen für sie unterschrieben haben. Die haben auch gemeinsam einen Pflegedienst beauftragt, so dass rund um die Uhr Betreuungspersonal den alten Herrschaften hilft, den Alltag zu bewältigen. Das kostet nicht mehr als ein Platz im Heim. Der "Hessenreporter" hat die Bewohnerinnen begleitet, zum Spaziergang und Einkauf, beim Kochen und Bügeln, vom Frühstück bis zum späten Abend. Ein gutes Leben - mit Demenz. "Wir fühlen uns pudelwohl", heißt das für Marianne.
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